Europäische Union

Die Europäische Union (EU) umfasst derzeit insgesamt 27 Mitgliedsstaaten, in denen zusammen etwa 500 Millionen Menschen leben. Der in der gesamten Union geltende Binnenmarkt ist, gemessen an der Höhe des Bruttoinlandsprodukts der weltweit größte gemeinsame Markt.
Politisch baut die EU vor allem auf zwei grundlegenden Verträgen auf. Einerseits ist das der “Vertrag über die Europäische Union”, andererseites der “Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union”. Beide beinhalten zwischen- und überstaatliche Elemente und balancieren dadurch zwischen dem Verlangen der Mitgliedsländer nach Souveränität und der europäischen Integration, mit der eine schrittweise Verlagerung von Kompetenzen der Mitglieder hin zu europäischen Institutionen einhergeht. Dies ist allein schon in wirtschaftlicher Hinsicht notwendig, um in allen Ländern des gemeinsamen Binnenmarkts die gleichen Regeln und Gesetze aufzustellen. Aufgrund dieser Balance verfügt die EU über unterschiedliche Institutionen. Der Europäische Rat sowie der Ministerrat der EU setzen sich aus Vertretern der nationalen Regierungen zusammen, während das Europäische Parlament alle EU-Bürger unmittelbar repräsentieren soll und für Fragen der europäischen Rechtsprechung zuständig ist. Neben dieser legislativen Instanz gibt es die Europäische Kommission als Exekutive sowie die Rechtsprechung durch den Europäischen Gerichtshof.

Die Geschichte der EU lässt sich bis in die 50er Jahre zurückverfolgen. Damals gründeten sechs Staaten die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl sowie weitere gemeinsame Institutionen, als Gründungsdokument gelten die Römischen Verträge aus dem Jahr 1957. Durch das Verfolgen gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen sollte es nach dem für ganz Europa verheerenden Zweiten Weltkrieg für alle Staaten unmöglich gemacht werden, jemals wieder solche einen Krieg zu führen. Zudem versprach man sich Wirtschaftswachstum durch den schrittweisen Abbau von Handelsschranken und den dadurch wachsenden Markt für heimische Produkte.

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In den darauf folgenden Jahrzehnten gab es verschiedene Erweiterungsrunden, immer mehr Staaten in Europa wurden Mitglied der Gemeinschaft. Die offizielle Umbenennung in “Europäische Union” erfolgte mit dem Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992; erstmals wurden daran Bereiche außerhalb der Wirtschaftspolitik benannt, die durch europäische Institutionen bearbeitet werden sollten. Auch die Grundlage für die spätere Währungsunion und den Euro wurden in diesem Vertrag gelegt. Mittlerweile haben insgesamt 16 EU-Mitglieder den Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt, weitere Nationen werden voraussichtlich in den kommenden Jahren folgen. Auch die EU-Mitgliedschaft ist für viele Länder interessant, so strebt zum Beispiel die Türkei bereits seit vielen Jahren die Mitgliedschaft an. Auch die meisten Balkan-Nationen befinden sich in Beitrittsverhandlungen. Slowenien ist bereits Mitglied der Europäischen Union, als nächster Kandidat gilt Kroatien, weitere Staaten werden darüber hinaus voraussichtlich in näherer Zukunft folgen.